deutsch english

Prophylaxe Schütteltrauma Gastbeitrag von Nadine Semlitsch-Zehe

Es gibt Themen, die viele Eltern lieber ausblenden wollen, doch dieses Thema ist so wichtig, dass wir es in unserem Blogbeitrag thematisieren wollen und müssen. Die Autorin kann aus über 20 Jahren Berufserfahrung in der Vorsorge, Schwangerschaftsbetreuung, Geburtsvorbereitung, Geburts-Begleitung und Wochenbett- und Stillberatung mit zahlreichen Frauen und jungen Familien schöpfen. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Nadine Semlitsch-Zehe für diesen wichtigen und lesenswerten Beitrag und für die Freigabe, diesen auf unserem Blog zu teilen.

Wenn Eltern in Stress-Situationen geraten und das Baby nicht mehr zu beruhigen ist, kann es passieren, dass diese aus Verzweiflung Ihr Kind schütteln.

Dies ist für das Baby lebensbedrohlich!

Durch das hin und her schleudern des Kopfes können empfindliche Nerven der kindlichen Halswirbelsäule geschädigt werden, was zu Lähmungserscheinungen und Funktionsverlusten führen kann. Außerdem können Hirnblutungen verursacht werden, die zu schweren Schäden bis hin zum Tod führen können.

Ich weiß, dass es sehr schwierig ist, sich vorzustellen, in eine solche Situation zu geraten. Aber manchmal kommen viele Dinge zusammen: Schlafmangel über längere Zeit, ein Baby, das viel schreit, keine Unterstützung, Streit mit dem Partner, finanzielle Sorgen etc. und dann kommt man unter Umständen an einen Punkt, an dem man völlig überlastet und überfordert ist und eine Kurzschluss-Reaktion hat.

Es geht hierbei nicht darum, jemanden zu verurteilen, sondern aufzuklären, damit man versteht, dass so etwas passieren kann und man es gar nicht erst soweit kommen lässt.

Es ist unbedingt zu vermeiden, in eine Stress-Situation zu kommen, in der man nicht mehr Herr seiner Sinne ist und das Kind schüttelt. Mit den folgenden Punkten lässt sich das ganz einfach vermeiden:

  • Wenn Ihr Baby sehr lange und anhaltend weint und Sie merken, dass Ihr Stresspegel stetig steigt, versuchen Sie umgehend Unterstützung anzufordern (Partner, Eltern, Geschwister, Freunde…) um eine Pause machen können.
  • Sollte es nicht möglich sein, Unterstützung zu bekommen, legen Sie Ihr Baby sicher in sein Bettchen, schließen Sie die Zimmertüre und nehmen Sie 5-10 min Auszeit. Atmen Sie einige Male tief durch und lassen dabei die Anspannung, Wut und Verzweiflung aus sich herausfließen. Wenn Sie sich beruhigt haben Essen und Trinken Sie eine Kleinigkeit. Kehren Sie wieder entspannter und gestärkt zurück zu Ihrem Baby und beruhigen es.

Meist funktioniert es jetzt viel besser, da das Kind ebenfalls wahrnimmt, dass Sie nun ruhiger und entspannter sind.

Suchen Sie sich umgehend Unterstützung und Hilfe bei Ihrer Hebamme, beim Kinderarzt oder in einer Schreiambulanz, wenn Sie Stress und Stressreaktionen an sich bemerken.

Hilfreich ist es auch, sich mit Methoden zu beschäftigen, mit der Sie sich zügig und zuverlässig selbst entspannen können (autogenes Training, progressive Muskelrelaxation, Hypnose) und gleichzeitig für Ihr eigenes Wohlbefinden (Essen, Trinken, Schlafen, Unterstützung im Haushalt) sorgen können.

„Du kennst Deine Grenzen erst, wenn Du über sie hinausgewachsen bist.“

Akzeptieren Sie, dass Sie ein Mensch mit Grenzen sind. Akzeptieren Sie ebenfalls, dass Sie manchmal Ihrem Kind gegenüber negative Gefühle haben, das ist menschlich und normal, es wird Ihnen mit Ihrem Partner nicht anders gehen. Aber reagieren Sie niemals aggressiv oder gewalttätig Ihrem Kind gegenüber!

Denken Sie immer daran, dass Ihr Baby Sie nicht ärgern möchte. Es hat Sie ganz furchtbar lieb! Es braucht Sie!

Mehr informative und lesenswerte Beiträge rund um das Thema Schwangerschaft und Geburt findet Ihr auf www.starke-familie.com sowie auf Facebook @hebammetogo

Schreibe einen Kommentar

Bitte die Netiquette beachten!

Alle mit * versehenen Felder sind Pflichtfelder.

 
Hilfe Sicherheit & Qualität Bedienungsanleitungen Händler